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Wärmepumpe

Wie funktioniert eine Wärmepumpe? Einfach erklärt

Stand: Juli 2026 · Die Eiseule-Redaktion

Schematische Darstellung einer Wärmepumpe, die Umweltwärme aus der Außenluft aufnimmt und ein Haus beheizt.

Eine Wärmepumpe klingt kompliziert, ist aber überraschend einfach zu verstehen – und Du kennst das Prinzip längst: aus Deinem Kühlschrank. Hier bekommst Du die Funktionsweise ohne Physik-Vorlesung, dafür so, dass Du danach wirklich weißt, was in dem Gerät passiert.

Das Prinzip in einem Satz

Eine Wärmepumpe erzeugt keine Wärme – sie transportiert sie. Sie holt kostenlose Umweltwärme aus Luft, Erde oder Grundwasser, hebt sie mit etwas Strom auf ein nutzbares Temperaturniveau und gibt sie im Haus ab. Ein Kühlschrank macht dasselbe, nur andersherum: Er zieht Wärme aus dem Innenraum und gibt sie hinten an den Raum ab. Eine Wärmepumpe nutzt genau diese warme Seite.

Der Kältekreislauf in 4 Schritten

Herzstück ist ein geschlossener Kreislauf mit einem Kältemittel, das schon bei sehr niedrigen Temperaturen verdampft. Es durchläuft vier Stationen:

  1. Verdampfer: Die Umweltwärme (z. B. aus der Außenluft) bringt das kalte Kältemittel zum Verdampfen – es wird gasförmig.
  2. Verdichter (Kompressor): Er verdichtet das Gas. Durch den steigenden Druck steigt die Temperatur stark an. Hier – und nur hier – fließt nennenswert Strom.
  3. Verflüssiger: Das heiße Gas gibt seine Wärme ans Heizsystem (oder die Raumluft) ab und wird dabei wieder flüssig.
  4. Expansionsventil: Es entspannt das Kältemittel, Druck und Temperatur fallen – der Kreislauf beginnt von vorn.

Eine ausführliche Grafik dieses Kreislaufs findest Du auf unserer Wärmepumpen-Übersichtsseite.

Woher kommt die Wärme?

Je nach Quelle unterscheidet man die vier Bauarten – Luft, Erdreich oder Grundwasser als Quelle, Abgabe ans Heizwasser oder direkt an die Raumluft:

  • Luft-Wasser – Wärme aus der Außenluft (am häufigsten)
  • Sole-Wasser – Wärme aus dem Erdreich (Erdkollektor/Erdsonde)
  • Wasser-Wasser – Wärme aus dem Grundwasser (am effizientesten)
  • Luft-Luft – Wärme direkt in die Raumluft (das ist eine Split-Klimaanlage im Heizbetrieb)

Details, Vor- und Nachteile aller vier Typen findest Du im Wärmepumpen-Überblick.

Warum funktioniert das sogar im Winter?

Der häufigste Denkfehler: „Bei Kälte ist doch keine Wärme in der Luft.” Doch – solange es wärmer als der absolute Nullpunkt (−273 °C) ist, steckt Energie in der Luft. Weil das Kältemittel bei extrem niedrigen Temperaturen siedet, nimmt es selbst bei −10 °C noch Wärme auf. Klar ist: Je kälter es draußen ist, desto mehr Strom braucht der Verdichter – die Effizienz sinkt, aber die Wärmepumpe heizt weiter.

Wie effizient ist eine Wärmepumpe? (COP, SCOP, JAZ)

Das Faszinierende: Aus 1 Kilowattstunde Strom macht eine Wärmepumpe im Schnitt drei bis vier Kilowattstunden Wärme. Diese „mehr als 100 %” sind kein Perpetuum mobile – der Löwen- anteil ist ja kostenlose Umweltwärme, die nur transportiert wird. Drei Kennzahlen beschreiben das:

  • COP – der Wirkungsgrad in einem einzelnen Betriebspunkt (Laborwert).
  • SCOP – der genormte Wert über eine ganze Saison (steht auf dem Datenblatt).
  • JAZ (Jahresarbeitszahl) – der reale Wert Deiner Anlage übers Jahr: erzeugte Wärme geteilt durch verbrauchten Strom.

Eine JAZ von 4 heißt: viermal so viel Wärme wie eingesetzter Strom. Wenn Du den SCOP schon von der Kühlseite kennst – die Logik ist dieselbe: SCOP & SEER verständlich erklärt.

Kühlen kann sie auch

Weil der Kältekreislauf umkehrbar ist, können die meisten Wärmepumpen im Sommer auch kühlen – bei der Luft-Luft-Variante ist das sogar der Ausgangspunkt: Sie ist technisch eine Klimaanlage, die eben auch heizt. Mehr dazu: Split-Klimaanlage.

Häufige Fragen

Erzeugt eine Wärmepumpe Wärme aus Strom? Nein. Sie nutzt Strom nur, um vorhandene Umweltwärme „hochzupumpen”. Deshalb kommt aus 1 kWh Strom ein Vielfaches an Heizwärme heraus – anders als bei einer Elektro-Direktheizung.

Funktioniert eine Wärmepumpe bei Minusgraden? Ja. Auch kalte Luft enthält nutzbare Wärme. Bei sehr niedrigen Temperaturen steigt allerdings der Stromverbrauch, die Effizienz sinkt.

Was ist der Unterschied zwischen COP und JAZ? Der COP ist ein Laborwert für einen Betriebspunkt, die JAZ der reale Durchschnitt Deiner Anlage über ein ganzes Jahr. Für die Praxis zählt die JAZ.

Braucht eine Wärmepumpe eine Fußbodenheizung? Nein – entscheidend ist die nötige Vorlauftemperatur, nicht die Art der Heizflächen. Details: Wärmepumpe im Altbau.

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